Gesangsunterricht

Gesang spiegelt sich in Wörtern. Gesang spiegelt sich in Melodie. Gesang ist der Leitstern, ein Zugang zum Inneren der eigenen Seele.

Was bedeutet es zu singen? Was passiert beim Singen? All diese Fragen stellten sich mir erst nach vielen Jahren. Gesang wird einer*m förmlich in die Wiege gelegt. Einer*m wird am Abend zum Schlafen-Gehen vorgesungen. Man wird förmlich in den Schlaf gewiegt. Gesang begeleitet eine*n das ganze Leben.

Dabei ist Gesang, in erster Linie, ein physiologischer Ablauf. Erst wird eingeatmet. Die wieder ausgehende Luft wird mithilfe des Zwerchfells nach oben gepresst. Die Stimmlippen schwingen in einer Geschwindigkeit, die jede Technologie neidisch machen würde. Im Mundraum wird der bereits mit Schwingungen versetzte Atem geformt und zu artikuliertem Schall verarbeitet und hinaus befördert.

Das alles klingt sehr theoretisch. Ganz praktisch bedeutet singen: Emotionen in Klänge zu packen, Gefühle zu verarbeiten und mithilfe von Worten und Gesangstechnik für sich und andere greifbar zu machen.

Aufgrund der Komplexität dieses Vorgangs ist hierbei Unterstützung von Nöten. Mein Gesangsunterricht geschieht ganzheitlich. Es werden psychologische, physiologische und insbesondere musikalische Wahrnehmungen geschult. Auf diese Art und Weise lernen die Schüler*innen ihren eigenen Körper kennen, Blockaden und Verspannungen zu lösen und einen angenehmen Ton zu erzeugen.

Denn eins ist ganz gewiss: “Singen kann jede*r!”